Aus Träumen Filme machen

2007

- Aufbruch in ein neues Genre -

Preise

 Förderpreis der Redaktion "Bildung" des Bayerischen Rundfunks - 30. Filmtage bayerischer Schulen, Marktheidenfeld

UFA-Gipfelpreis - Schülerfilmgipfel 2007 

Produktionsdaten

Länge: 5 Minuten, Format: 16:9, Genre: Kurzfilm Darsteller: Julia Tobari, Johanna Probst, Hans-Wolfhard Grabo Regie, Kamera, Schnitt, Drehbuch, Organisation: Eva Merz       Musik: Gregor A. Mayrhofer Produktionsjahr: 2007

Wie alles Begann

Fasziniert vom Filmemachen in der AG bereits seit 2004 hatte ich mich fest dazu entschlossen, mich an der Filmhochschule in München (HFF), Bereich Regie, zu bewerben. Das Projekt „Silently Dumb“ ist mein Bewerbungsfilm. Die Aufgabe war es, einen höchstens 5-minütigen Film zu Drehen, zum Thema:

 „Aus meinem Leben“ - Mehr Dichtung als Wahrheit – eine fiktive Ich-Erzählung über ein einschneidendes Erlebnis.                                                                                                  

Dafür standen mir nur dreieinhalb Monate zur Verfügung.

Aufbruch in ein neues Genre

Mitte November bekam ich das Thema, also packte ich das Projekt neben der Schule her an und brütete eineinhalb Monate lang über einem Drehbuch. Ich fand im Internet per Zufall ein Phänomen namens „Mutismus“, also eine Krankheit, bei der Menschen aufgrund von psychischen Störungen nur noch sehr selektiv oder gar überhaupt nicht mehr reden können. Schon seit Kindertagen war ich von Stummen fasziniert. Ich fragte mich, was in deren Köpfen vorging und warum sie nicht sprachen. Von der Neugier angespornt nahm ich per E-Mail Kontakt zu zwei Mutistinnen auf, die mir gerne verschiedenste Fragen zum Thema beantworteten. Ich las verschiedene Lebenslinien von Mutisten im Internet und knüpfte davon inspiriert die Geschichte der 16-jährigen Paula, die an selektivem Mutismus leidet und im Wald ihre Ruhe sucht.

 

 

Das Projekt nimmt Gestalt an

 

Aus einem Casting an der Schule ging die Hauptdarstellerin Julia Tobari hervor, die auch schon einmal in einem meiner Filme brilliert hat. Der Mann, Hans-Wolfhard Grabo wurde aus dem Weilheimer „Kellertheater“ engagiert und das kleine Mädchen wurde verkörpert von meiner 5-jährigen Nachbarin Johanna Probst.

4 Tage lang wurde unter meiner Leitung im Januar dieses Jahres im kleinen Rahmen gedreht. Die Arbeiten Hinter der Kamera, führte ich mit helfenden Händen von Anna Anzenberger (Mikrofon, Licht) und Isabella Probst (Licht), der 9-jährigen Schwester von Johanna, aus. Für die Lauf-Szenen im Wald kamen sogar Schienen vom Modelleisen-bahnverein in Peißenberg zum Einsatz, die quer durch das nahe gelegene Waldstück verlegt wurden.

Der letzte Schliff

Die Zeit drängte, denn Ende Februar musste der Film bereits abgeschickt werden. So setzte ich mich in jeder freien Minute an meinen PC, um den Film zu schneiden. Musikalische Untermalung bekam der Film von einem Abiturienten aus Wolfratshausen, Gregor Mayrhofer, der anhand des Rohschnitts eigens Filmmusik dazu komponierte. Nachdem er sie zusammen mit zwei befreundeten Musikern, den Geschwistern Maria und Matthias Well, aufgenommen hatte, mischte Gregor die Musik unter Absprache mit mir ab und gab dem Film den letzten Schliff. Der Film ging noch pünktlich auf seine Reise zur Filmhochschule.

 

Das Ergebnis

 

Ich kam in die engere Auswahl zum Colloquium, schaffte es aber leider, aufgrund mangelnder Erfahrung bei professionellen Produktionen, nicht weiter. Doch ich blicke nun zurück auf eine Produktion, die allen Beteiligten viel Freude bereitet hat und nahezu reibungslos abgelaufen ist.

 

Hintergrund

 

Mit diesem Film möchte ich die Krankheit „Mutismus“ bekannter machen, da es mich sehr erschüttert hat, zu erfahren, dass sie häufig nicht erkannt wird. So müssen immer wieder Menschen ihr halbes Leben an dieser Krankheit leiden, ehe sie entdeckt wird. „Stummheit“ durch Schockzustände oder extreme Schüchternheit kennt man schon, doch was steckt hinter den stillen Gesichtern? Dieser Frage, die mich immer wieder beschäftigt hat, bin ich auf den Grund gegangen, in dem ich Interviews mit Mutistinnen geführt habe. Dann habe ich versucht, mit filmischen Mitteln ihre Ängste und Gefühle darzustellen, damit der Zuschauer sich in die Situation einer Stummen besser rein versetzen kann. Der Film soll dazu anregen, einen zweiten Blick auf Leute zu wagen, die still und stumm an uns vorüber gehen, ohne dass wir sie bemerken.

 

2006

- Der "No-Budget"-Film - 

Preise

"Sonderpreis für eine herausragende Spielfilmproduktion"  - 3. Int. Jugendfilmfestival, Kundl

"Förderpreis der Freunde und Förderer des Balthasar Neumann-Gymnasiums" - 29. Filmtage bayerischer Schulen, Marktheidenfeld

2. Publikumspreis - 29. Filmtage bayerischer Schulen, Marktheidenfeld

Publikumspreis - JuFinale Oberbayern 2007, Murnau

Produktionsdaten

Länge: 27 Minuten Format: 16:9 Genre: Teenie-Komödie Darsteller: Julia Tobari, Sebastian Könnecke u.a. Regie, Kamera, Drehbuch, Schnitt, Organisation: Eva Merz Musik: "STEEP" Produktionsjahr: 2005/2006

Die Idee

Vom Erfolg von "Liebe per Mausklick" noch überwältigt und gleichzeitig motiviert haben sich Anh und Eva wieder zusammengesetzt, um ein neues Drehbuch zu "erschaffen". Wie das immer so ist, wollte sich erst keine Idee ergeben, doch dann ganz plötzlich... wie ein Geistesblitz  - von unserer Schule inspiriert - traf es uns: der Film sollte von Nachhilfe handeln! Aber nicht von gewöhnlicher oder schnarchlangweiliger Nachilfe. Es musste was Neues her. Also tüftelten wir einige Wochen lang an einem Drehbuch.

Leider "No-Budget"

Mit der Finanzierung hatten wir es diesmal nicht so gut wie bei Liebe per Mausklick: Wir hatten uns zwar wieder für einen Förderantrag beworben, doch dieses Mal war die Jury von unserem Drehbuch leider nicht so überzeugt wie beim letzten Mal. Also nahmen wir uns dieses Urteil zu Herzen und nahmen noch ein paar Veränderungen am Drehbuch vor.

Die Umsetzung

Trotz der fehlenden Finanzierung ließen wir uns nicht aufhalten, die Dreharbeiten umzusetzen. Kurz vor den Sommerferien 2005 fingen wir an mit der Produktion. Wir versuchen so gut, wie es geht auch ohne Fördermittel auszukommen und zu improvisieren. So ist nun mal das Leben der Filmemacher. ;)

Am Freitag, 6.1. haben wir unsere Dreharbeiten beendet! Der Film wurde geschnitten und vertont und am 17.2. fertig gestellt. Am 18.2. folgte die erfolgreiche Premiere. Mehr dazu bei "News". Auch wenn die öffentlichen Vorstellungen schon vorbei sind, müsst ihr nicht tarurig sein... Nachhilfe hoch zwei gibt es jetzt für euch auf DVD zu kaufen!

 

2004

- Das Erstlingswerk -

Produktionsdaten

Länge: 23 Minuten Format: 16:9 Genre: Teenie-Komödie Darsteller: Julia Schilcher, Sebastian Könnecke, u.a. Idee: Anh Nguyen Regie, Kamera, Drehbuch, Schnitt, Organisation: Eva Merz Produktionsjahr: 2004/2005 Musik: "STEEP"

Die Idee

Überall begegnet man ihm: dem lieben Internet. Dem Menschen ist es manchmal sehr nützlich, doch es zeigt manchmal auch seine Tücken...

Durch die unendlichen Weiten des Internets inspiriert nahmen sich Anh Nguyen und Eva Merz dies als Thema für ein Drehbuch. Sie hatten im Februar 2004 die Informationen für ein Förderprogramm bekommen, das ihnen vielleicht unter die Arme greifen könnte. Die Film-Erfahrung war fast gleich null, Eva hatte schon mal ein paar kleine Filme gedreht, doch bei so einem anspruchsvollen Thema wären die beiden überfordert gewesen.

Sie setzten sich im März 2004 zusammen, um ein überzeugendes Drehbuch zu schreiben mit dem sie sich beim Förderprogramm "In eigener Regie" vom JFF - Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis -  bewerben wollten. Zwei Wochen hatten sie noch Zeit, denn die Idee kam sehr spät. Es wurde geschrieben, gegrübelt und  gefeilt.  Das Ergebnis: Ein 5-seitiges Exposé. Dieses wurde beim JFF eingereicht und dann hieß es Daumen drücken...

Doch es lohnte sich. Ende April kam die Bestätigung: Gefördert! Die Freude war groß und es ging weiter im Programm. Die beiden wurden vom 21. - 23. Mai 2004 zu einem Workshop in die Georg-von-Vollmar-Akademie nach Kochel  eingeladen. Dort bekamen sie Tipps, um ihr Drehbuch zu verbessern, technische Fragen zu lösen und sich mit den anderen geförderten Gruppen auszutauschen. Wegen Krankheit konnte Anh an dem Workshop leider nicht teilnehmen, aber Eva ließ sich nicht davon abhalten, sich alleine auf die Arbeit zu stürzen, die bevorstand. Als jüngste Teilnehmerin und "Küken" der geförderten Gruppen ging sie mit dem Drehbuch- und Krimiautor Robert Hültner sorgfältig das Drehbuch durch, um es auf logische Fehler, unnötige Szenen und sonstige Unklarheiten zu überprüfen. Mit den Tipps von Hr. Hültner und später auch dem zuständigen Medienfachberater Achim Leser schrieb sie aus dem eingeschickten Exposé ein umfangreiches Drehbuch, das ihr die spätere Arbeit erheblich erleichterte.

Die Umsetzung

Was wäre ein Film ohne Schauspieler und Crew? Stimmt, nichts. Also machten sich Anh und Eva auf die Suche nach Schauspielern und Helfern und gründeten die Film-AG "WM-Spotlight" des Gymnasium Weilheim i. OB. Mit Plakaten und Texten in der wöchentlichen INFO des Gymnasiums suchten sie nach Schauspielern. Frau Hudezeck übernahm freundlicherweise die Schirmherrschaft für die AG. Außerdem war nach ein paar  Wochen eine Besetzung gefunden. Julia Schilcher, eine Freundin von Eva, als weibliche und Sebastian Könnecke, ein Gehimtipp von einer Mitbewerberin, als männlicher Hauptdarsteller. Eine genaue Übersicht über die mitwirkenden Schauspieler findet ihr bei "Mitglieder" unter der Rubrik "Über uns". Die Dreharbeiten fanden hauptsächlich im August und September 2004 statt. Sie waren für alle Beteiligten ein Riesenspaß, wie man auch auf den Fotos im Fotoalbum erkennen kann.

Doch damit war die Sache noch nicht abgeschlossen. Die richtige Arbeit fing für Eva erst an: Die Nachbearbeitung. Auch hier erfuhr sie die Tücken eines Computers am eigenen Leib. Wegen technischer Probleme musste sie nach der vorläufigen Fertigstellung des Films noch einmal von vorne beginnen. Das zog das Projekt in die Länge, verhinderte aber nicht die "Weltpremiere" am 22. Oktober 2004. Die Gäste wurden mit einem roten Teppich vor dem Peißenberger Kino "Cine Park" empfangen und nach der glanzvollen Vorstellung im Kino gab es noch eine Premierefeier im Weilheimer Internet-Cafe "L'Incontro". Die Zuschauer waren begeistert, die Vorstellung ein voller Erfolg. Wegen der häufigen Nachfrage wurde der Film im November 3 mal in jeweils zwei Kinos, dem Weilheimer Kino "Starlight" und nochmal im "Cine Park" gezeigt.

Am 19. und 20. Februar des Jahres 2005 stand dann die Abschlusspräsentation der vom JFF geförderten Filme an. Zusammen mit der Hauptdarstellerin Julia fuhr Eva nach Ansbach zur Fachhochschule, wo der Film gezeigt und von Kritikern analysiert wurde. Entgegen der Befürchtungen kam der Film gut an, besonders die Schauspieler wurden für ihre Leistungen in den höchsten Tönen gelobt. Spätestens jetzt waren sie sich sicher, dass sich die viele Arbeit gelohnt hatte. Sie erhielten von der Jury, bestehend aus dem bereits vorher genannten Drehbuchautor Robert Hültner, einem Regiestudenten und der TV-Programmeditorin Bianca Bauer-Stadler,  Tipps zur Verbesserung des Streifens.

Der letzte Schliff

Im Sommer 2005 setzten sie diese Tipps um, um damit ihre Chancen auf den bevorstehenden Wettbewerb, die "oberbayerische JuFinale 2005" (Infos auf www.jufinale.de/oberbayern )  zu erhöhen. Es wurde noch einmal geschnitten, gekürzt und synchronisiert - nun ist der Film entgültig fertig.

Bei der oberbayerischen JuFinale haben wir leider keinen Preis bekommen, waren aber überraschenderweise beim Publikumsranking ganz weit oben! Das hat uns sehr gefreut und uns nochmal Schwung gegeben, mit "Nachhilfe hoch zwei" weiterzumachen.

Die Musik

Die Musiktitel, die in "Liebe per Mausklick" verwendet wurden, hat uns die Band "STEEP", eine Band bestehend aus Jugendlichen aus dem Raum Miesbach, freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Wenn ihr mehr Infos dazu haben wollt, oder in ihr neues Album "AZURE" reinhören wollt, dann schaut doch mal rein unter www.steep-music.de !

Die Sponsoren

Der Film "Liebe per Mausklick" wurde ins Förderprogramm "In eigener Regie" aufgenommen, das vom JFF-Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis und der Bayerischen Landeszentrale - BLM ins Leben gerufen wurde. Mehr Infos hierzu findet ihr unter www.ineigenerregie.de .

Ein weiterer Sponsor unseres Streifens waren die Vereinigten Sparkassen im Landkreis Weilheim-Schongau, bei denen wir uns alle herzlich für ihre Unterstützung bedanken möchten.